Montag, 23. Februar 2009

bibel


die bibel ist eine sammlung von texten, wie menschen im vorderen orient gott erlebten, entweder real, oder wie sie ihn sich vorstellten, oder wie andere dies interpretierten. später hat eine gruppe von menschen einige texte davon ausgewählt und zu dem zusammengefügt, was man heute „die bibel“ nennt.

ich empfinde, dass die religiösen erfahrungen der menschen sehr stark von ihrer kultur und von ihrer persönlichkeit geprägt sind. viele leute geben sich mühe, diese etwas sperrigen prägungen zu "heiligen", indem sie dem offensichtlichen inhalt andere deutungen aufprägen. offensichtlich ist das "hohelied salomos" eine liebesgeschichte mit erotischem touch, den man in der bibel nicht vermutet. jegliche versuche, den text religiös zu interpretieren, vergewaltigen diesen. warum kann man sich nicht an dem text freuen, wie er ist? eine weitere problematische sache sind die rachepsalmen. dort wünscht sich der "beter", dass die säuglinge der feinde gottes am felsen zerschmettert werden. diese gesinnung hat keinen platz bei denen, die den "gott der liebe" lieben. sie ist ausdruck von finsterer rache und nicht von gottesfurcht. hat in einer lebensbejahenden schrift nichts zu suchen. gott will nicht den tod des sünders, geschweige denn seiner unschuldigen säuglinge.

bibelkritik im sinne eines offenen und ehrlichen, fragenden umgangs mit der entstehungsgeschichte der bibel ist notwendig und hilft zu glaubwürdigkeit und zu größerer konsistenz des wahren kerns der überlieferung, nämlich der realen erfahrung von gottes wirken, befreit von der interpretation durch meine kultur und gesinnung.

glauben


glauben ist vertrauen auf etwas in der nicht sichtbaren welt, dessen man sich nicht sicher ist. man hat keine festen beweise und keine versicherung, aber man hofft, und noch mehr, man vertraut fest darauf, dass das, was man glaubt wahr ist. dass das vergangene, zu dem man sich bekennt, so passiert ist und so interpretiert werden muss, und dass in der zukunft dinge passieren, die aus der unsichtbaren welt in die unsichtbare herüberwirken und dass sogar einem die unsichtbare welt alles sichtbare ablöst.

einerseits fehlt dem glauben der letzte beweise, andererseits muss die erfahrung so überzeugt sein, dass man das fehlende damit überbrücken kann.

glauben leben


man glaubt, dass die unsichtbare auf die sichtbare welt einen einfluss hat.

gott als person


gott muss ein persönliches wesen sein, wenn ich mich emotional an ihn binden soll. die mächte der jenseits werden mit personen-typen identifiziert, die einen aspekt ihres wesens und ihrer beziehung ausdrücken.

gott ist vater, ...
... unser vater - er meint es gut mit uns, wir sind, weil er es will, er will, dass wir wachsen und groß und stark werden.
... der vater von jesus - er geht von ihm aus, er ist von ihm abhängig, er ist von seinem „fleisch und blut“. von seinem wesen, von seinem geschlecht, - aber nie in biologischen sinn.

sünde


sünde ist sozial unverträgliches verhalten, das beziehung stört. sünde ist das natürliche verhalten des menschen:

„dein tod ist mein leben!“

„ich nehme mir dein leben, damit ich lebe.“

sünde kommt vom „fleisch”, von unseren instinkten, die mich dazu treiben, auf kosten anderer glücklich zu werden.

sünde ist das natürliche verhalten des menschen in konflikten, ausbruch von „gegen“ den anderen, gegen seine interessen, gegen seine träume und gegen sein erwartungen an das leben.

rivalität und eifersucht sind solche basis-interessen-konflikte im menschlichen zusammenleben. das grundempfinden dabei ist, dass es mir etwas nimmt, wenn andere glücklich sind, oder glücklicher als ich, oder in einem rahmen, den ich für mich vorbehalten wollte oder den ich als meine domäne betrachte.

religion


religion ist die vorstellung des menschen von der unsichtbaren welt, sein weltanschauung im umfassenden sinn. die umfasst auch politische und atheistische „religionen”, die letzte antworten auf grundfragen des lebens haben wollen. jede religion glaubt, dass sie sich über die anderen hinaushebt, dass die eigenen lehren keine vorstellungen und interpretationen von der umfassenden welt sind, sondern dass sie dir wahrheit beschreibt und dass andere religionen total daran vorbeigehen, weil sie am wesentlichen der eigenen wahrheit vorbeigehen.

aber jede religion hat ...

... richtige und falsche bilder von der wirklichkeit, ... gute und böse regeln für das zusammenleben,

... plausible und naive vorstellungen von der jenseitigen und zukünftigen welt, zum beispiel die christlichen vorstellungen vom himmlischen jerusalem als eine mit kostbaren edelsteinen geschmückten stadt, beim islam die vorstellung vom himmel als männlichem paradies mit 72 jungfrauen / frauen pro mann, - laut koran „... heiß liebend und gleichaltrig ... mit schwellenden Brüsten“.

liebe


liebe ist sozial verträgliches verhalten, das beziehung baut und erhält. liebe ist das unnatürliche verhalten des menschen:

„mein tod ist dein leben!“

„ich gebe dir mein leben, damit du lebst!“

liebe ist opfer, lieben heißt:

„dein glück ist mir wichtiger als mein eigenes!“

„ich kann und will nicht glücklich sein, wenn du unglücklich bist!“

sexualität


essen muss lust bereiten, damit das individuum überlebt. sex muss wie essen lust bereiten, damit die rasse überlebt. und das mittel der natur, ist dem mann den drang einzuhämmern, dass er als individuum überleben muss.

und so wie das überleben der rasse nur durch brutale verdrängung anderer funktioniert, bis hinunter zu pflanzen, die durch ihre breiten blätter anderen das licht nehmen, so ist es auch beim sex und der darauf bezogenen männlichen rivalität so, dass da, wo meine frucht wächst, da hat der samen des anderen kein chance.

auf seiten der frau sorgt die eifersucht dafür, dass kein anderes weibchen den samen des mannes abbekommt, denn er soll nur ja nur für die eigenen nachkommen sorgen und nicht noch für den unterhalt der „früchte“ anderer frauen aufkommen, sonst wird es vermutlich bei einem selber eng.

muss man sich als mündige erwachsene von diesen instinkten treiben lassen? - einerseits vom „auf sie mit gebrüll!“ des mannes beim anblick eines verfügbaren geschlechtsreifen weibchens, und andererseits das „auf sie mit gebrüll!“ der eifersüchtigen rivalin, die ihre felle davon schwimmen sieht - und andererseits das „auf ihn mit gebrüll!“ des rivalen, der seine chancen auf fortplanzung durch keinen nebenbuhler gefährden lassen will.

insbesondere wenn die fortpflanzung entweder durch sichere maßnahmen verhindert wird oder durch fortgeschrittenes alter nicht mehr möglich ist, entbehrt diese instinktive aggression jeder grundlage auf seiten dieser mechanismen.

sehnsucht


gott hat seinen geschöpfen die sehnsucht nach nähe zueinander als herdentrieb in die wiege gelegt. sehnsucht nach einem gegenüber ist im herzen eines jeden menschen, auch die sehnsucht nach sexualität, nach körperlicher liebe und dadurch miteinander kinder zu haben und das leben so weiter zu geben. der schöpfer hat den menschen sexualität gegeben, wie adam und eva im garten bäume und früchte, aber auch grenzen, den einen baum sollten sie nicht antasten. und sie haben es nicht durchschaut, und sie sind der versuchung erlegen oder sie wurde verführt.

wer ist schuld daran, wer ist verantwortlich, wer hatte die möglichkeit, sich anders zu verhalten, und wer hat sich voll bewusst der bösen konsequenzen anders entschieden?

nebenbei: bescheuert, wer daraus, dass es die frau gewesen sein soll, die zuerst schwach wird, irgendwelche schlüsse bezüglich der wertigkeit der geschlechter zieht.

"ein wunder ist das, ...


... was unser herz mit frieden erfüllt." so sagt paulo coelho in seinem "sei wie ein fluß, der still die nacht durchströmt".

nicht "mein herz", sondern "unser herz", frieden ist keine privatsache, sondern frieden ist "zwischen", zwischen menschen, die sich vorher vielleicht feind waren oder auch nur fremd oder gleichgültig.

frieden ist zwischen menschen, zwischen denen nichts steht.

frieden steht nicht zwischen menschen, sondern er verbindet menschen, er trennt nicht, sondern schafft nähe. frieden ist nicht "etwas", sondern frieden ist die abwesenheit von "etwas", von trennendem, von ferne, von misstrauen.

frieden ist dann, wenn ich nähe zulassen kann und es geht mir gut dabei, wenn mir die nähe des anderen keine angst macht.